Carsharing Versicherung

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Gibt es beim Carsharing auch eine umfassende Versicherung? Selbstverständlich! Nur weil das Auto geteilt ist, muss man natürlich nicht auf den vollen Versicherungsschutz verzichten. Auch bei privatem Carsharing wird oft eine extra Versicherung angeboten, sodass die eigene Kfz-Versicherung im Schadenfall nicht hochgestuft wird.

Wie auch bei klassischen Autovermietungen üblich, sind Carsharing-Fahrzeuge rundum versichert. Bei allen großen Carsharing-Anbietern ist bereits eine Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung im Preis inklusive. Im Ernstfall kann es je nach Anbieter trotzdem teuer werden, da fast immer eine Selbstbeteiligung zu zahlen ist.

Die Kaskoversicherung kommt für Fälle wie Brand, Explosion, Diebstahl oder unmittelbaren Einwirkungen von Naturgewalten auf. Auch Vandalismus und selbst verschuldete Unfallschäden sind abgedeckt. Die Kfz-Haftpflichtversicherung hingegen deckt Schäden ab, die einem Dritten durch den Betrieb eines Kraftfahrzeugs entstehen.

Wenn es zu einem Unfall kommt, kann es trotz umfangreichen Versicherungsschutz der Carsharing-Unternehmen teuer werden. Im Schadensfall muss nämlich in der Regel eine Selbstbeteiligung gezahlt werden, die je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfällt. Viele Carsharing-Anbieter bieten diverse Optionen an, um die Selbstbeteiligung gegen einen Aufpreis zu reduzieren. Anhand der folgenden Beispiele geben wir einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Versicherungskonditionen beim Carsharing.

Beispiele Carsharing Versicherung

Flinkster Versicherung

Bei dem Carsharing-Angebot von Flinkster (Deutsche Bahn) müssen Kunden eine Selbstbeteiligung in Höhe von maximal 1.500 Euro im Schadenfall zahlen. Das ist von allen uns bekannten Carsharing-Unternehmen die mit Abstand höchste Selbstbeteiligung. Dazu kommt noch eine Unfallbearbeitungspauschale von bis zu 50 Euro. Gegen eine Gebühr von 90 Euro im Jahr kann die Selbstbeteiligung auf 300 Euro reduziert werden.

Stadtmobil Versicherung

Der stationäre Anbieter Stadtmobil hat je nach Tarif unterschiedliche Selbstbehalte. Im Standardtarif (Berlin) müssen bei einem Unfall bis zu 1.000 Euro gezahlt werden, für 49 Euro im Jahr lässt sich die Summe auf 200 Euro senken. Für 99 Euro im Jahr pro Teilnehmerkarte lässt sich der Selbstbehalt auf 0,00 Euro reduzieren.

Cambio Versicherung

Bei dem ebenso stationären Anbieter Cambio liegt die Selbstbeteiligung der Vollkaskoversicherung bei ebenfalls maximal 1.000 Euro je Schadenfall. Für eine Gebühr in Höhe von 50 Euro pro Person und Jahr kann die Selbstbeteiligung auf 200 Euro reduziert werden.

car2go Versicherung

Bei dem größten Free-Floating-Angebot in Deutschland, car2go, müssen Kunden bei einem Unfall bis zu 500 Euro Selbstbeteiligung aus der eigenen Tasche bezahlen. Das ist im Vergleich ein eher geringer Betrag. Hier wird zudem angeboten, gegen eine Zahlung von 9,90 Euro im Monat die Selbstbeteiligung auf 0,00 Euro zu reduzieren.

DriveNow Versicherung

Auch der direkte Mitbewerber DriveNow bietet seinen Kunden die Möglichkeit an, den Selbstbehalt zu reduzieren. Gegen eine Zahlung in Höhe von 99 Euro im Jahr oder alternativ 1 Euro pro Buchung kann die Selbstbeteiligung von regulär 750 Euro auf 350 Euro reduziert werden. Für 199 Euro im Jahr kann der Selbstbehalt dauerhaft auf 0,00 Euro reduziert werden.

Wie Sie sehen, sind die Konditionen je nach Anbieter sehr unterschiedlich. Als Kunde sollte man sich selbstverständlich vorher informieren, welche Kosten im schlimmsten Fall auf einen zukommen können. Wer viel fährt, sollte darüber nachdenken, die Selbstbeteiligung gegen eine Zuzahlung zu reduzieren, um das Risiko zu minimieren.

Versicherung privates Carsharing

Wenn man das eigene Auto an unbekannte Mieter verleiht, ist die Versicherung besonders wichtig. Immerhin möchte man auf eventuellen Schäden durch den Fahrer nicht sitzen bleiben und auch selbst nicht hochgestuft werden. Der Marktführer Drivy bietet beispielsweise eine Versicherung an, die sowohl Mieter und Vermieter schützt. So bleibt der Schadensfreiheitsrabatt unberührt und man verliert als Autobesitzer im Ernstfall kein Geld. Auch bei CarUnity, der Plattform für privates Carsharing von Opel und dem in Deutschland etablierten Anbieter Tamyca wird eine spezielle Versicherung angeboten. So sind Vermieter und Mieter abgesichert.

Damit der jeweilige Versicherungsschutz greift, muss das Fahrzeug gesetzeskonform sein, worüber man sich vor Fahrtantritt überzeugen muss. Selbstverständlich darf man sich auch nicht grob fahrlässig verhalten oder alkoholisiert die Fahrt antreten. Auch spontane Rennen mit Kunden anderer Carsharing-Anbieter sollte man nicht unternehmen, in all diesen Fällen greift eine Versicherung wie immer natürlich nicht.

Der Artikel bietet nur einen groben Einblick in das Thema Carsharing und die entsprechenden komplexen Versicherungen. Was genau bei einem Unfall zu tun ist und welche Konditionen im Detail gültig sind, steht in den Miet- und Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters. Auch wenn es keine Freude macht, sich durch Versicherungskonditionen zu lesen, sollte man dies als Carsharing-Kunde unbedingt tun, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Im folgenden Video wird erklärt, was es rechtlich bei der Anmietung zu beachten gibt.

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Ich nutze Carsharing häufig und bin Kunde bei vielen Anbietern. Da die Branche stets in Bewegung und dementsprechend spannend ist, habe ich diese Webseite gegründet. Für alle, die mehr über Carsharing erfahren und immer informiert sein möchten.

8 KOMMENTARE

  1. Hallo Nick,

    haben Sie oder einer der User schon Erfahrung mit einer Jahresversichung für die Absicherung des Selbstbehalts beim Carsharing gemacht? Das Flinkster-Angebot erscheint mir nämlich etwas zu hochpreisig.

    • Hallo Michael,

      ich selbst habe keine Erfahrung damit gemacht. Das wird sich nur lohnen, wenn man wirklich oft Flinkster nutzt.

      Grüße

      Nick

      • Also ich habe eine Zusatzversicherung, die die Selbstbeteiligung bei Fahrten mit Fahrzeugen aller Carsharing-Unternehmen im Schadensfall übernimmt. Kostenpunkt: 65 Euro im Jahr. Das ist nicht nur günstiger als das entsprechende Paket bei Car2Go oder Drivenow (hier wird die SB nicht einmal auf 0 reduziert!), sondern lohnt sich vor allem, wenn man verschiedene Anbieter nutzt.

  2. Ich gehe davon aus, dass der Anbieter leihwagenversicherung.de im entsprechenden Tarif für Carsharing gemeint ist. Leider finde ich die abgedeckte Schadenssumme hier aber extrem niedrig. Ein mittlerer Lack- und Blechschaden kann diese Summe ja schon übersteigen.

    Leider habe ich allerdings bisher keinen weiteren Anbieter finden können.

    • Die Versicherung deckt ja auch nicht Schaden ab, sondern die Selbstbeteiligungsforderung deines Carsharing-Anbieters nach einem Schaden.

    • Hallo Johannes,

      Drivy hat ja eigentlich seine eigene Versicherung, mir ist nicht bekannt, ob externe Versicherungen da greifen. Am besten direkt bei Drivy oder dem Versicherer nachfragen.

      Gruß
      Nick

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