DriveNow BMW i3 im Test

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Der Carsharing Anbieter DriveNow hat die ersten 100 vollelektrischen BMW i3 in Deutschland in die Flotte eingeführt. Den Start machen Berlin mit 40 Fahrzeugen und Hamburg sowie München mit je 30 Fahrzeugen. Insgesamt sollen noch bis zum Herbst 2015 400 BMW i3 in Deutschland zur Verfügung stehen, dann soll der Stromer auch in Köln und Düsseldorf aufgenommen werden. Grund genug für uns, das neuste und wohl technisch aktuellste Fahrzeug von DriveNow in unserem kleinen Test genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ein Blickfang

Das Design des BMW i3 sorgt für viele Diskussionen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Worüber sich nicht streiten lässt, ist das der Wagen auf jeden Fall ein Blickfang ist. DriveNow hat sich für eine weiße Lackierung mit blauen und schwarzen Akzenten entschieden. Natürlich darf auch das Logo des Unternehmens auf beiden Seiten nicht fehlen.

Man merkt, dass sich viele Passanten nach dem Wagen umdrehen, auch andere Autofahrer werfen einen genaueren Blick auf den neuen, elektrischen Wagen, der sich deutlich von der Masse abhebt. Der Wagen erregt Aufmerksamkeit und sorgt für Diskussionen, also die beste Werbung, die sich DriveNow vorstellen kann.

BMW i3 von DriveNow Außenansicht
BMW i3 von DriveNow Außenansicht © Carsharing News

Fahrspaß hoch i3

Ein Elektroauto zu fahren macht unheimlich viel Spaß. Das kann fast jeder bestätigen, der diese Erfahrung bereits gemacht hat. Das Fahrgefühl mit dem BMW i3 ist hervorragend. Wenn der Motor per Knopfdruck gestartet wird, hört man lediglich einen kleinen, freundlichen Systemton. Danach herrscht Stille. Sowohl innen, wie auch außen. Die Zweifel darüber, ob der Wagen nun wirklich schon fahrbereit ist, lassen sich ganz einfach dadurch beseitigen, dass man vorsichtig das Gaspedal drückt. Spätestens dann wird jeder vom Fahrspaß des BMW i3 überzeugt sein.

Der 170 PS starke Elektromotor zeigt, was er kann. Innerhalb von drei Sekunden ist man ohne Probleme bei Tempo 50. An der Ampel muss man sich als Fahrer von einem Elektroauto also nicht verstecken, durch den stufenlosen Antrieb lässt man selbst den Porsche Fahrer hinter sich. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Wagen in knapp über 7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 150 km/h.

Vorrangig zeichnet sich der Wagen durch die angenehme Fahrweise im Stadtverkehr aus. Man schwebt nahezu lautlos durch die Stadt und kann sich dem Verkehr stets optimal anpassen. Sobald man den Fuß vom Gas nimmt, bremst der Wagen automatisch ab und speichert die daraus gewonnene Energie im Akku. Das ist am Anfang ungewohnt, jedoch hat man das recht schnell verinnerlicht.

BMW i3 von DriveNow Gang Auswahl
BMW i3 von DriveNow Gang Auswahl © Carsharing News

Gehobene Ausstattung

Das Interieurdesign des BMW i3 ist aufgeräumt und modern. Durch das aufgeräumte Design wirkt das Interieur offen und freundlich. Ein Monitor gibt dem Fahrer unter anderem Auskünfte über die aktuelle Geschwindigkeit, die letzten Verkehrsschilder oder auch die verbleibende Reichweite. Auf dem Monitor in der Mitte lassen sich Funktionen wie das Radio, Multimedia, Navigation, Fahrzeugeinstellungen und auch das DriveNow Menü bedienen. Alle Funktionen von DriveNow wurden optisch ansprechend in das Menü des BMW i3 integriert.

Im Innenraum kommen Materialien wie Eukalyptusholz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft und Sitzbezüge aus nahezu 100 % recyceltem Polyester zum Einsatz. Alle Textilien sind laut BMW nachhaltig produziert und sollen den Umweltfaktor des Wagens unterstreichen.

Für eine erhöhte Sicherheit verfügt der BMW i3 über eine Auffahrwarnung und Personenwarnung mit City-Anbremsfunktion. Auf längeren Strecken unterstützen den Fahrer ein Stau- und Spurhalteassistent. Wer den Rückwärtsgang einlegt, wird sich über die Rückfahrkamera und der Park Distance Control freuen.

Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer im Fahrzeug ist gut, auf der Rückbank wird es für Erwachsene aber etwas eng. Im Kofferraum liegt das fest mit dem Fahrzeug verbundene Ladekabel, für den Wocheneinkauf hat man aber trotzdem genug Platz. Wenn es doch mal etwas mehr sein muss, lassen sich die Rückbänke ohne Probleme umklappen. Durch den Verzicht auf eine B-Säule und den ungewöhnlichen Türen lassen sich die Seiten vollständig öffnen.

BMW i3 von DriveNow Holz im Innenraum
BMW i3 von DriveNow Holz im Innenraum © Carsharing News

Wie weit kommt man denn damit?

Eine Frage, die Fahrer von Elektroautos oft hören, sobald sie den Wagen abstellen. Der BMW i3 hat offiziell eine durchschnittliche Reichweite von etwa 160 Kilometern bei voller Akkuladung. Diese Angabe scheint realistisch, wenn man auf Komfort wie die Klimaanlage verzichtet und sehr vorausschauend fährt. Auch die Außentemperatur spielt eine Rolle bei der Reichweite.

Bei unserer Testfahrt war der Wagen vollgeladen, wir wären bei unserem Fahrstil und aktivierter Klimaanlage etwa 140 Kilometer weit gekommen. Die aktuelle Reichweite wird einem stets im Display angezeigt. Auf bis zu 200 Kilometer lässt sich die Reichweite erhöhen, wenn man den „Eco Pro +“ Modus aktiviert. Dadurch wird die Geschwindigkeit auf 90 km/h gedrosselt und die Klimaanlage komplett deaktiviert. Auch die Beschleunigung läuft dann deutlich schleppender ab.

Ab einer Restreichweite von 30 Kilometern wird man über eine Meldung im Fahrzeug darauf hingewiesen, dass man 20 Freiminuten erhält, wenn man das Fahrzeug bei Mietende an eine Ladestation hängt. Bei unter 15 Kilometern Reichweite muss die Buchung an einer Ladesäule beendet werden.

Ladestationen lassen sich im Menü unter dem Punkt „Sonderziele“ finden. Mit einem Klick auf die Adresse wird man direkt zur nächsten Ladesäule navigiert. Das Ladekabel befindet sich im Kofferraum. Bis der BMW i3 wieder vollgeladen ist, vergehen je nach Ladesäule 3 bis 8 Stunden.

Kunden von DriveNow nutzen die Fahrzeuge hauptsächlich für kurze Strecken innerhalb der Stadt. Hierfür wurde das Fahrzeug gebaut. Über eine zu geringe Reichweite muss man sich also in der Regel keinen Kopf machen.

BMW i3 von DriveNow Monitor für den Fahrer
BMW i3 von DriveNow Monitor für den Fahrer © Carsharing News

Ein teurer Spaß

Bei DriveNow spielt der BMW i3 preislich in derselben Liga wie ein BMW X1 oder ein MINI Cabrio im Sommer. Für 34 Cent in der Minute lässt sich der Stromer im Standard-Tarif anmieten. Teurer geht es bei DriveNow nicht. Das dürfte wohl an hohen Anschaffungskosten des Wagens liegen. Eine Fahrt von der Warschauer Straße zum Bahnhof Zoo in Berlin (etwa 30 Minuten) kosten somit im BMW i3 etwa 10,20 Euro.

Auch wenn der Preis recht hoch ist, wird der BMW i3 einer der beliebtesten Fahrzeuge in der Carsharing-Flotte von DriveNow werden. Nicht nur wegen des außergewöhnlichen Designs, sondern auch weil es einfach sehr viel Spaß macht, elektrisch unterwegs zu sein.

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