Mobilitätskarten – Unsere Lückenfüller im Portmonee

0

Eine Zugangskarte für alle Mobilitätsangebote? Als Carsharing-Kunde möchte man schnell und einfach zwischen einzelnen Carsharing-Anbietern, sowie zum ÖPNV, Bikesharing und Taxi wechseln, ohne eine Fülle an Ausweisen und Zugangskarten besitzen zu müssen. Warum nicht eine Zugangskarte, um zwischen allen Mobilitätsanbietern multimodal zu springen?

Um dieses Thema ging es bei der 4. UITP Mobilitätsplattform am 2. Dezember in Paris. Die größte Herausforderung aller Anbieter ist eine Einigung über den Verbleib der Kundendaten. Der Halter dieser Daten würde die Verantwortlichkeit, aber auch den Kontakt zwischen Kunde und Mobilitätsanbieter bereitstellen. Doch möchte der Kunde überhaupt, dass seine sensiblen Daten übergreifend an Fremdanbieter gegeben werden? Martin Röhrleef, Leiter Stabstelle Grundsatzfragen und Mobilitätsverbund der Üstra, der Hannoverschen Verkehrsbetriebe, sieht den öffentlichen Personenverkehr als neutrale Instanz, um den Kunden multimodal vernetzte Mobilität anbieten zu können: ,,Nur der öffentliche Nah- und Fernverkehr ist dem Kunden neutral gegenüber und Datensicherheit ist gegeben.“

Die Deutsche Bahn bietet mit ihrer Mobilitätskarte, der BahnCard 25 mobil plus, eine Vernetzung drei verschiedener Mobilitätsoptionen in Berlin: ÖPNV, DB Flinkster und Call-a Bike. Der Abschluss einzelner Mobilitätsverträge ist nun obsolet. ,,Viele Neukunden kommen zu uns, weil wir E-Autos in unsere Flinkster-Flotte führen“, sagt Prof. Dr. Andreas Knie, Geschäftsführer von InnoZ und Professor an der TU Berlin.

DriveNow Kundenkarte © DriveNow
DriveNow Kundenkarte © DriveNow

Der Bikesharing Anbieter Nextbike kooperiert mit dem ÖPNV im Rhein-Ruhr gebietet und beweist so, wie man zwei Mobilitätsangebote nahtlos verbinden kann. Auch Marco Viviani, Leiter Public Relations und Development bei Communauto in Montreal, Kanada merkt an, „Der automobile Zugang sollte mit der ÖPNV Karte funktionieren. In den ersten 60 Jahren seit Erfindung des Automobils gab es eine Million Fahrzeugbesitzer. Wir wollen eine Million Carsharing-Nutzer in weniger als den nächsten 60 Jahren mobilisieren.“

Solange Carsharing und ÖPNV-Nutzer bei jedem Anbieter einen separaten Vertrag abschließen müssen, ist eine multimodale Vernetzung kaum umsetzbar. In der Zukunft wird sich zeigen ob Carsharing-Anbieter allein Marktstärke vertiefen wollen oder sich mehr miteinander vernetzen, um Städte von Autos zu befreien und Kunden mehr Flexibilität und Mobilität zu bieten.

Ein Gastartikel von Johannes Grünenberg, INVERS GmbH.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT