Neues Carsharing-Schild sinnlos?

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Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur will Carsharing unterstützen, das ist auch grundsätzlich eine gute Idee, immerhin nutzen immer mehr Menschen in Deutschland Carsharing. Ein erster Schritt ist ein neues Verkehrsschild, dass Carsharing-Fahrzeuge von der Parkgebühr befreien kann. Die Frage ist nur, wer das neue Carsharing-Schild (siehe oben) als solches erkennen soll.

Ein in der Mitte geteiltes Auto, um das zwei Männer und zwei Frauen mit Rock herumlaufen. Einer der beiden Figuren geht zum Fahrzeug, das andere entfernt sich vom durchtrennten Fahrzeug. Die augenscheinlich weiblichen Figuren stehen an dem Fahrzeug. Klar, ein geteiltes Auto symbolisiert in einer gewissen Art und Weise das Carsharing, jedoch dürften nur wenige Autofahrer etwas mit diesem Schild anfangen können. Die Bedeutung eines Schildes sollte innerhalb weniger Sekunden für jeden Verkehrsteilnehmer einleuchtend sein. Ob das neue Schild dieses Ziel erreicht ist fraglich.

Das Gesetz soll Straßenverkehrsbehörden vor Ort ermöglichen, Parkflächen für Carsharing-Fahrzeuge auszuweisen, zudem können diese von der Parkgebühr befreit werden. Bevorrechtigt werden sollen sowohl die klassischen stationären Carsharing-Anbieter (z.B. Flinkster, Cambio, Stadtmobil), sowie die neuen Free-Floating-Anbieter (z.B. DriveNow, car2go, Multicity). Das Gesetz soll zudem genau definieren, was unter einem Carsharing-Fahrzeug zu verstehen ist und wie diese Fahrzeuge zu kennzeichnen sind. Die Einleitung der Ressortabstimmung folgt in Kürze.

Der Bundesverband Carsharing hält das für Symbolpolitik. Geschäftsführer Willi Loose kommentiert: „Kostenlose Stellplätze – das klingt immer gut. Aber in Wirklichkeit wäre das eine Regelung, nach der niemand gefragt hat. Weder die Carsharing-Anbieter, noch ihre Kunden, noch die Städte und Kommunen“.

Der Bundesverband Carsharing, so Loose, hofft weiterhin, dass am Ende ein Gesetz entsteht, das in den Kommunen auch umgesetzt wird: „Es ist doch bemerkenswert, dass die Carsharer keine Subventionen fordern – noch nicht einmal in Form kostenloser Parkplätze. Unsere Forderung, einen bundesweit einheitlichen rechtlichen Rahmen für Carsharing-Stationen im öffentlichen Raum zu schaffen, stößt in den Kommunen auf breite Zustimmung, fördert Carsharing nachhaltig und lässt sich schnell umsetzen. Der politische Wille zu einer Lösung auf Bundesebene muss da sein“.

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