Stattauto bangt um Existenz

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Schon seit 1992 bietet Stattauto in München Carsharing an. Somit gehört Stattauto zu den Carsharing-Pionieren, bei dem heute bereits 12.500 Kunden angemeldet sind. Doch aufgrund einer aktuellen Entscheidung vom Finanzamt sind jetzt 120 Arbeitsplätze gefährdet.

Das Finanzamt in München hat Stattauto nämlich den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt. Das hat verheerende Folgen für den Anbieter. Denn rückwirkend müssen für die Jahre 2013 und 2014 eine Million Euro nachgezahlt werden.

Auch für die Jahre 2015 und 2016 droht eine ähnlich hohe Nachzahlung. Dann würde auch die Zukunft der gemeinnützigen A24-Werkstätten ungewiss sein. Die Werkstätten und das Carsharing-Angebot Stattauto sind seit 2013 in der Spectrum Mobil GmbH zusammengefasst.

In den Werkstätten sind etwa 120 Menschen tätig, die sonst auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum eine Chance hätten. Darunter Menschen mit psychischen Problemen oder gesundheitlicher Beeinträchtigung. Die Einnahmen vom Carsharing werden genutzt, um die Ausbildung zu finanzieren. Bewusst unterstützen die Stattauto-Kunden mit der Mitgliedschaft die soziale Arbeit des Betriebs.

Geschäftsführerin Petra-Maria Klier versteht nicht, warum der soziale Aspekt für die Prüfer vom Finanzamt keine Rolle spielt. Die Finanzbehörde beruft sich jedoch auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2008. Dort wird Carsharing als nicht gemeinnützig anerkannt.

Stattauto München musste jetzt die Kunden darüber informieren, dass in Zukunft statt der bisherigen 7 % Mehrwertsteuer der Regelsatz von 19 % berechnet werden muss. Eine Erhöhung der Nettopreise von den Tarifen und Gebühren ist vorerst nicht geplant.

Das Finanzamt äußert sich nicht zu dem Fall. Aufgrund der großen Konkurrenz in München ist die Zukunft vom Carsharing-Pionier Stattauto ungewiss.

Quelle: Süddeutsche Zeitung / Stattauto München

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