Carsharing Kosten 2026: Preise pro km und pro Minute, versteckte Gebühren und wann sich Carsharing lohnt
Ein Einkauf mit dem Carsharing-Auto, 20 Kilometer in zwei Stunden mit Wartezeit vor dem Supermarkt, kostet bei teilAuto 9,80 Euro und bei Miles 37,80 Euro. Der Faktor 3,9 ist kein Ausreißer, sondern das Ergebnis zweier Abrechnungslogiken, die auf unterschiedliche Fahrten zielen. Wer die Carsharing Kosten verstehen will, braucht deshalb weniger eine Preisliste als ein Gefühl dafür, was der Anbieter berechnet: die Minute, den Kilometer oder die gebuchte Stunde. Die folgenden Zahlen stammen aus dem Preisindex mit Stand Oktober 2026. Die Carsharing Preise unterscheiden sich je nach Abrechnungsmodell um ein Vielfaches.
Carsharing Kosten und Preise im Überblick: drei Standardfahrten, sieben Anbieter
Der Preisindex rechnet drei Fahrten durch: eine Kurzstrecke von 5 Kilometern in 15 Minuten, einen Einkauf von 20 Kilometern in zwei Stunden und einen Tagesausflug von 150 Kilometern in 24 Stunden. Gerechnet ist die kleinste gängige Fahrzeugklasse im günstigsten regulären Tarif, werktags zwischen 7 und 24 Uhr, mit Kraftstoff oder Strom im Preis. Die Carsharing Preise unten stammen aus den Standardtarifen der Anbieter.
| Anbieter | Kurzstrecke | Einkauf (2 h) | Tagesausflug |
|---|---|---|---|
| Free2move (Share Now) | 2,55 € | 20,40 € | nicht berechenbar |
| stadtmobil | 3,10 € | 11,40 € | 79,00 € |
| teilAuto | 3,50 € | 9,80 € | 63,00 € |
| cambio | 3,90 € | 10,60 € | 68,50 € |
| Miles | 4,95 € | 37,80 € | 104,99 € |
| book-n-drive | 6,90 € | 15,00 € | 78,00 € |
| Flinkster | 9,60 € | 20,90 € | 114,90 € |
Stand Oktober 2026, Quelle: Tarifseiten und Preislisten der Anbieter.
Die Carsharing Kosten streuen stark: Die Kurzstrecke kostet zwischen 2,55 und 9,60 Euro, der Einkauf zwischen 9,80 und 37,80 Euro, der Tagesausflug zwischen 63,00 und 114,90 Euro. Kein Anbieter ist in allen drei Zeilen der günstigste: Free2move gewinnt die Kurzstrecke, teilAuto den Einkauf und den Tagesausflug. Die Aufstellung nach Anbietern und Städten steht im Anbietervergleich, die Rechenwege im Preisindex.
So kamen die Zahlen zustande
Der Index entstand am 5. Oktober 2026 aus den veröffentlichten Tarifseiten, Preislisten und Tarifordnungen der Anbieter. Pro Anbieter zählt der günstigste reguläre Standardtarif ohne Abo-Paket, Pass oder Aktion, die Start- oder Buchungsgebühr je Fahrt ist eingerechnet, die einmalige Anmeldegebühr und die Monatsgebühr nicht. Bei Miles wurde die Fahrzeit mit 20 km/h angesetzt und die übrige Zeit als Standzeit gerechnet. Grenzen: Preise unterscheiden sich je Stadt und Fahrzeug, für Free2move lässt sich der Tagesausflug nicht berechnen, weil der Kilometerpreis der Tagestarife nur in der App steht, und Sixt share fehlt, weil keine Tarifübersicht vorliegt.
Preis pro Minute: wann der Minutentakt günstig ist
Nur ein Anbieter im Index rechnet im Fahrbetrieb nach Minuten. Free2move nennt auf der Berlin-Seite für den Fiat 500e ab 0,17 Euro pro Minute, für Peugeot 208, Citroën C3 und Opel Corsa ab 0,24 Euro. Im Minutentarif sind 200 Kilometer inklusive, danach kostet der Kilometer 0,39 Euro. Bei der Kurzstrecke ergibt das 15 Minuten à 0,17 Euro, also 2,55 Euro, den niedrigsten Wert der Tabelle. Dauert die Fahrt zwei Stunden, sind es bereits 20,40 Euro, und ein ganzer Tag im Minutentarif käme rechnerisch auf 244,80 Euro, weil kein Tageshöchstpreis ausgewiesen ist. Für längere Mieten gibt es deshalb Stunden- und Tagestarife, die Free2move im Berliner Angebot ab 6,99 Euro pro Stunde führt. Für den Fiat 500e nennt die Preisseite einen Tagespreis von 20,42 Euro, der sich laut Seite auf eine dreitägige Miete bezieht und nur 60 Inklusivkilometer enthält.
Free2move bietet daneben einen Stundentarif: Zwei Stunden zu 6,99 Euro kosten 13,98 Euro und damit weniger als im Minutentarif, enthalten aber keine Inklusivkilometer, und der Preis je Zusatzkilometer steht nur in der App. Deshalb lässt sich der Einkauf bei Free2move auf der Website nur im Minutentarif sauber berechnen. Wer die Kilometer kennt und den Preis pro km vorab sehen will, ist bei Anbietern mit veröffentlichtem Kilometerpreis besser bedient.
Der Minutenpreis belohnt Tempo. Wer in einer Viertelstunde fertig ist, zahlt wenig. Wer vor einem Termin wartet, zahlt die Wartezeit mit. Das gilt für jedes Modell mit Minutentakt, denn die Uhr läuft, solange die Miete aktiv ist.
Preis pro km: Miles und die Stationsanbieter
Der zweite Weg ist der Kilometerpreis. Miles berechnet für S-Autos 0,79 Euro pro km, für M-Autos 0,89 Euro und für Premium-Fahrzeuge und Transporter ab 1,09 Euro, dazu 1 Euro Entsperrgebühr bei S und M, 2 Euro bei Premium, L und XL. Parkminuten kosten 0,35 Euro, aber nur, wenn die Miete im Parkmodus weiterläuft. Daneben gibt es feste Pakete: drei Stunden mit bis zu 40 Kilometern ab 39,99 Euro, sechs Stunden mit 50 Kilometern ab 44,99 Euro und einen Tagestarif von 24,99 Euro zuzüglich 0,59 Euro pro km. Das Paket „1 Tag und 150 km“ für S-Autos kostet 104,99 Euro und bildet in der Tabelle den Tagesausflug.
Die Stationsanbieter verlangen deutlich weniger pro km, aber zusätzlich einen Zeitpreis:
| Anbieter | Zeitpreis | Kilometerpreis | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| teilAuto | 2,10 €/h | 0,28 € (ab 200. km 0,22 €) | erste Stunde voll, danach 30-Minuten-Einheiten |
| cambio | 2,50 €/h werktags | 0,28 € (ab 101. km 0,21 €) | Mindestbuchung 1 Stunde, Wochenende 3,25 €/h |
| stadtmobil | 2,00 €/h | 0,32 € (ab 201. km 0,26 €) | 1 € Servicegebühr je Buchung |
| book-n-drive | 3,30 €/h | 0,32 € (ab 51. km 0,27 €) | 2 € Grundpreis je Fahrt im Basic-Tarif |
| Flinkster | 5,90 €/h | 0,36 € | 1,90 € Buchungsgebühr, Tageshöchstpreis 59 € |
Stand Oktober 2026, jeweils kleinste Fahrzeugklasse im Standardtarif. Bei cambio gelten die Kilometerpreise bei einem E5-Preis ab 1,55 Euro pro Liter und steigen bei höheren Spritpreisen stufenweise um 1 bis 4 Cent.
Das erklärt die Reihenfolge in der Tabelle von oben: Ein Stundentarif ist bei zwei Stunden Einkauf billig, solange der Kilometerpreis niedrig bleibt. Auf der Kurzstrecke fällt Flinkster mit 9,60 Euro heraus, weil die erste Stunde voll berechnet wird, 5,90 Euro plus 1,80 Euro für fünf Kilometer plus 1,90 Euro Buchungsgebühr. Ein Preis pro Minute oder pro km sagt also wenig, wenn man nicht weiß, wie die Zeit gezählt wird.
Euro je Kilometer und Euro je Minute: die effektiven Preise
Aus den drei Standardfahrten lässt sich ablesen, was ein Kilometer und was eine Minute am Ende tatsächlich kostet, wenn alle Gebühren und Stunden eingerechnet sind. Das sind die Preise pro km, gerechnet aus den Fahrtkosten oben:
| Anbieter | Kurzstrecke (5 km) | Einkauf (20 km) | Tagesausflug (150 km) |
|---|---|---|---|
| teilAuto | 0,70 € | 0,49 € | 0,42 € |
| cambio | 0,78 € | 0,53 € | 0,46 € |
| book-n-drive | 1,38 € | 0,75 € | 0,52 € |
| stadtmobil | 0,62 € | 0,57 € | 0,53 € |
| Miles | 0,99 € | 1,89 € | 0,70 € |
| Flinkster | 1,92 € | 1,05 € | 0,77 € |
| Free2move | 0,51 € | 1,02 € | nicht berechenbar |
Rechnung: Fahrtkosten aus dem Preisindex geteilt durch die gefahrenen Kilometer, Stand Oktober 2026.
Bei der Kurzstrecke streut der effektive Preis pro km zwischen 0,51 und 1,92 Euro, beim Tagesausflug nur zwischen 0,42 und 0,77 Euro. Je länger die Fahrt, desto mehr verschwinden Start- und Stundenkosten im Kilometerpreis. Dasselbe gilt für den Preis pro Minute: Auf der Kurzstrecke kostet die Minute zwischen 0,17 Euro bei Free2move und 0,64 Euro bei Flinkster, beim Tagesausflug über 1.440 Minuten zwischen 4 und 8 Cent. Miles sticht beim Einkauf heraus, weil die Stunde Parkzeit mit 0,35 Euro pro Minute in die Rechnung eingeht: 1,89 Euro je Kilometer sind fast viermal so viel wie bei teilAuto.
Preise bewegen sich: Spritklauseln und Tarifänderungen
Ein Tarif im Preisindex ist eine Momentaufnahme. Bei cambio gelten die Kilometerpreise bei einem E5-Preis ab 1,55 Euro pro Liter und steigen bei höheren Spritpreisen stufenweise um 1 bis 4 Cent. Bei stadtmobil unterliegen die Kilometerpreise einem Anpassungsvorbehalt bei Spritpreisänderungen. Das Prinzip ist nicht neu: Zum 15. Dezember 2014 senkte cambio den Preis pro Kilometer in allen Tarifen um einen Cent, um sinkende Spritpreise weiterzugeben. Wer die Carsharing Kosten über Jahre planen will, sollte deshalb nicht nur den aktuellen Preis, sondern auch die Preisklausel in den Bedingungen lesen.
Auch zwischen den Städten gibt es Unterschiede. Bei Free2move liegt der Peugeot 208 auf der Berlin-Seite bei 0,24 Euro pro Minute, auf der bundesweiten Preisseite bei 0,19 Euro. stadtmobil ist ein Verbund regionaler Gesellschaften, dort variieren Preise und Aufnahmegebühr je Region, erfasst ist stadtmobil Berlin mit 19 Euro. Und für junge Fahrer gibt es eigene Konditionen: cambio führt einen Campus-Tarif für Personen unter 26 Jahren ohne Grundgebühr, Miles verlangt in den ersten zwölf Monaten nach dem Führerscheinerwerb eine Rookie Fee von 14,99 Euro im Monat. Für Fahranfänger fasst die Seite zur Probezeit beim Carsharing die Regeln zusammen.
Versteckte Gebühren: Anmeldung, Buchung, Selbstbehalt, Falschparken
Die Fahrpreise sind nur ein Teil der Rechnung. Bei den versteckten Gebühren zählt, was nicht in der ersten Preiszeile steht. Versteckte Gebühren stehen selten auf der Startseite, sondern in Preislisten und Tarifordnungen: Die Rookie Fee von Miles etwa steht in der Preis- und Kostenordnung, nicht auf der Preisübersicht. Die wichtigsten versteckten Gebühren im Überblick:
Anmeldung und Grundgebühr. Miles erhebt keine Anmeldegebühr und keine Grundgebühr, nennt in der Preis- und Kostenordnung aber eine Rookie Fee von 14,99 Euro im Monat in den ersten zwölf Monaten nach dem Führerscheinerwerb. Flinkster nimmt 8,90 Euro für die Registrierung, stadtmobil und book-n-drive je 19 Euro, teilAuto 25 Euro, cambio 30 Euro. Bei stadtmobil kommen 3 Euro im Monat dazu, bei teilAuto 6 Euro für Nichtmitglieder. Genossenschaftsmitglieder ab zwei Anteilen zahlen bei teilAuto keine Monatsgebühr.
Buchungs- und Entsperrgebühren. Sie fallen je Fahrt an und machen die Kurzstrecke teurer: 1,90 Euro bei Flinkster, 2 Euro bei book-n-drive, 1 Euro bei Miles und stadtmobil. Bei einer 15-Minuten-Fahrt ist das ein erheblicher Anteil des Gesamtpreises.
Kaution. teilAuto verlangt von Nichtmitgliedern 100 Euro, die nach Vertragsende erstattet werden.
Selbstbehalt. Wer ein Carsharing-Auto beschädigt, haftet meist bis zur Höhe eines Selbstbehalts, den die Anbieter in ihren Bedingungen festlegen. Flinkster bietet an, den Selbstbehalt gegen 14,90 Euro je Buchung zu reduzieren. Wie das bei DriveNow lief, zeigt ein Beispiel aus 2016: Der Anbieter senkte den Selbstbehalt auf 350 Euro, machte aber das Schutzpaket für 1 Euro zur Pflicht für jede Fahrt. Wie die Versicherung bei Carsharing im Detail funktioniert, erklärt die Seite zur Carsharing-Versicherung.
Parkverstöße. Die Autozeitung beschrieb im April 2020, dass alle Carsharing-Unternehmen Verwarngelder direkt an den Fahrer weitergeben. Hinzu kommen Bearbeitungsgebühren der Anbieter, die die Zeitung mit 5 bis 18 Euro angab, sowie Kosten für das Umsetzen oder Abschleppen von bis zu 50 Euro. Ausführlich nachzulesen sind die Gebühren für Falschparken im Artikel der Autozeitung. Die Beträge stammen von 2020, die aktuelle Höhe regeln die Preislisten. Die Zeitung weist außerdem darauf hin, dass die Gebühr nur bei Selbstverschulden anfällt und stationsbasierte Anbieter wie Flinkster, Greenwheels, Stadtauto und Cambio ein geringeres Risiko für Falschparker haben.
Flughafen. Fahrten zu und von Flughäfen haben eine eigene Seite: Carsharing am Flughafen.
Wo sich Kosten senken lassen: Zeitfenster, Wochenpreise, Abo-Tarife
Der günstigste Weg, Carsharing Kosten zu senken, ist der passende Tarif. Das zeigen die Alternativen im Preisindex für die Tagesfahrt von 150 Kilometern:
- cambio Aktiv kostet 11 Euro im Monat, die Tagesfahrt sinkt von 68,50 auf 53,30 Euro, eine Ersparnis von 15,20 Euro. Schon eine solche Fahrt im Monat deckt die Grundgebühr rechnerisch.
- book-n-drive Abo kostet 9,90 Euro im Monat und gibt 20 Prozent Rabatt auf den Zeitpreis, ab dem 51. Kilometer sinkt der Preis auf 0,22 Euro. Die Tagesfahrt kostet 64,40 statt 78,00 Euro, 13,60 Euro weniger.
- stadtmobil Profi kostet 7 Euro statt 3 Euro Grundgebühr und senkt die Tagesfahrt von 79 auf 68 Euro. Mehrkosten von 4 Euro im Monat stehen 11 Euro Ersparnis je Tagesfahrt gegenüber.
- Flinkster am Wochenende hat einen Höchstpreis von 49 Euro einschließlich 20 Freikilometern, die Tagesfahrt kostet dann 97,70 statt 114,90 Euro.
Die Rechnung gilt nur für die lange Fahrt. Bei kurzen Fahrten fällt die Ersparnis kleiner aus, und wer nur selten fährt, zahlt die Grundgebühr, ohne sie einzufahren. Zusätzlich gibt es Zeitfenster: Bei cambio kostet die Stunde werktags 2,50 Euro und am Wochenende 3,25 Euro, nachts zwischen 0 und 6 Uhr 0,50 Euro, bei stadtmobil kosten die Stunden zwischen 0 und 7 Uhr nichts. Für eine Woche nennen die Preislisten 126,20 Euro bei teilAuto, 180 Euro bei cambio, 200 Euro bei stadtmobil und höchstens 231 Euro bei book-n-drive, das sind 18 bis 33 Euro pro Tag.
Lohnt sich Carsharing? Die Rechnung gegen das eigene Auto
Der Bundesverband CarSharing nennt auf seiner Seite zu den Vorteilen zwei Grenzwerte: Ein typisches Carsharing-Angebot ist bis zu einer Jahresfahrleistung von 12.500 Kilometern, das sind 34 Kilometer pro Tag, günstiger als ein eigenes Auto. Beim günstigsten Tarif liegt die Grenze nach bcs-Angabe bei 17.500 Kilometern im Jahr. Der Verband weist an gleicher Stelle darauf hin, dass ein Pkw in Deutschland im Durchschnitt rund 23 Stunden am Tag ungenutzt steht. Wer täglich pendelt, überschreitet die 34 Kilometer meist schon auf dem Arbeitsweg, für ihn lohnt sich Carsharing als Hauptfahrzeug in der Regel nicht.
Die Beispielrechnung zeigt, wie weit unter dieser Grenze ein typisches Gelegenheitsprofil liegt. Angenommen werden vier Einkaufsfahrten (je 20 Kilometer, zwei Stunden) und ein Tagesausflug (150 Kilometer) im Monat, das sind 230 Kilometer im Monat und rund 2.760 im Jahr:
| Anbieter | 4 × Einkauf | 1 × Tagesausflug | Monatsgebühr | Summe im Monat |
|---|---|---|---|---|
| teilAuto | 39,20 € | 63,00 € | 6,00 € | 108,20 € |
| cambio | 42,40 € | 68,50 € | 0 € | 110,90 € |
| stadtmobil | 45,60 € | 79,00 € | 3,00 € | 127,60 € |
| book-n-drive | 60,00 € | 78,00 € | 0 € | 138,00 € |
| Flinkster | 83,60 € | 114,90 € | 0 € | 198,50 € |
| Miles | 151,20 € | 104,99 € | 0 € | 256,19 € |
Rechenbeispiel auf Basis des Preisindex, Stand Oktober 2026, ohne einmalige Anmeldegebühr. Die Anbieter sitzen in unterschiedlichen Städten, der Vergleich zeigt die Spreizung der Tarife, nicht eine Rangliste für einen Wohnort. Free2move fehlt, weil sich der Tagesausflug nicht berechnen lässt.
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegt in diesem Profil mehr als das Doppelte, 108 gegen 256 Euro im Monat. Wer so fährt, kommt mit einer Stationsvariante auf rund 1.300 Euro im Jahr, die Carsharing Kosten bleiben damit planbar und fallen nur an, wenn das Auto gefahren wird. Ob sich das lohnt, zeigt erst der Vergleich mit dem eigenen Auto, und dieser Vergleich fällt für Wenigfahrer anders aus als für Vielfahrer. Dem stehen beim eigenen Auto Versicherung, Steuer, Wartung und Wertverlust gegenüber, die auch dann anfallen, wenn das Auto steht. Für die Frage, welche Variante zu welchem Profil passt, lohnt ein Blick in den Überblick zu den Carsharing-Modellen.
Wann lohnt sich Carsharing nicht mehr? Bei höherer Fahrleistung kippt die Rechnung. Fährt jemand 15.000 Kilometer im Jahr, liegt er nur noch beim günstigsten Tarif unter dem eigenen Auto, und ab 17.500 Kilometern ist der Vorteil nach bcs-Angabe auch dort weg. Die Rechnung hängt dann am Tarif: Ein Abo wie bei book-n-drive für 9,90 Euro im Monat mit 20 Prozent Rabatt auf den Zeitpreis oder der Profi-Tarif bei stadtmobil für 7 Euro im Monat senken die Kosten pro Fahrt, rechnen sich aber erst ab einer bestimmten Zahl von Fahrten. In der Beispielrechnung oben sind diese Tarife nicht berücksichtigt. Im Preisindex steht für book-n-drive im Abo-Tarif ein Tagesausflug von 64,40 Euro statt 78,00 Euro, bei stadtmobil im Profi-Tarif 68,00 Euro statt 79,00 Euro und bei cambio im Aktiv-Tarif mit 11 Euro im Monat 53,30 Euro statt 68,50 Euro.
Häufige Fragen
Was kostet Carsharing pro Minute und pro km?
Das hängt vom Modell. Free2move verlangt für den Fiat 500e ab 0,17 Euro pro Minute mit 200 Inklusivkilometern, danach 0,39 Euro je Kilometer. Miles rechnet im Fahrbetrieb 0,79 Euro pro km für S-Autos. Stationsanbieter wie cambio, teilAuto und stadtmobil berechnen Stunden plus 0,28 bis 0,32 Euro je Kilometer. Stand Oktober 2026.
Welche versteckten Gebühren gibt es beim Carsharing?
Typisch sind einmalige Anmeldegebühren, Buchungs- oder Entsperrgebühren je Fahrt, Monatsgrundgebühren und Kautionen. Dazu kommen Bearbeitungsgebühren bei Parkverstößen und der Selbstbehalt im Schadenfall. Bei Flinkster kostet die optionale Reduzierung des Selbstbehalts 14,90 Euro je Buchung, bei teilAuto müssen Nichtmitglieder 100 Euro Kaution hinterlegen.
Ab wie vielen Kilometern pro Jahr lohnt sich Carsharing nicht mehr?
Der Bundesverband CarSharing nennt für ein typisches Angebot eine Jahresfahrleistung von 12.500 Kilometern, das sind 34 Kilometer am Tag, bis zu der Carsharing günstiger ist als das eigene Auto. Beim günstigsten Tarif liegt die Grenze nach bcs-Angabe bei 17.500 Kilometern. Wer täglich pendelt, liegt meist darüber.
Ist Carsharing günstiger als ein eigenes Auto?
Für Wenigfahrer in der Regel ja. Ein Beispielprofil mit vier Einkaufsfahrten und einem Tagesausflug im Monat kostet bei teilAuto rund 108 Euro im Monat, das sind etwa 2.760 Kilometer im Jahr und damit weit unter den bcs-Grenzen. Entscheidend sind Fahrleistung, Anbieter und Tarif. Fixkosten wie Versicherung und Wertverlust entfallen.
Wer zahlt das Knöllchen beim Carsharing?
Der Fahrer. Nach Angaben der Autozeitung geben alle Carsharing-Unternehmen Verwarngelder eins zu eins an den Nutzer weiter. Dazu kommen Bearbeitungsgebühren, die die Zeitung 2020 mit 5 bis 18 Euro nannte, und Kosten für Umsetzen oder Abschleppen von bis zu 50 Euro. Die aktuellen Beträge stehen in den Preislisten der Anbieter.