Carsharing Statistik 2026: Nutzer in Deutschland, Fahrzeuge, Städteranking und Entwicklung seit 2012
Bei den Stationsanbietern wachsen die Kunden schneller als die Autos, im Free-Floating schrumpft die Flotte. Das ist die Kurzfassung der Carsharing Statistik 2026 des Bundesverbands Carsharing (bcs), die der Verband am 11. März 2026 veröffentlicht hat. Zum 1. Januar 2026 meldeten die stationsbasierten und kombinierten Anbieter 978.300 Fahrberechtigte, 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr, aber nur 18.390 Fahrzeuge, ein Plus von 2,2 Prozent. Der Gesamtmarkt einschließlich Free-Floating schrumpft nach Schätzung des Verbands auf 43.190 Fahrzeuge. Wer nach Nutzern in Deutschland fragt, bekommt von der Statistik drei verschiedene Antworten, je nach Segment und Stichtag. Alle Zahlen stehen im Stand Oktober 2026 so auf den Seiten des bcs; Rechnungen aus ihnen sind als „nachgerechnet“ gekennzeichnet.
Carsharing Statistik 2026: Die Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl (1. Januar) | 2026 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Fahrberechtigte, stationsbasiert und kombiniert | 978.300 | 875.000 | +11,8 % |
| Fahrzeuge, stationsbasiert und kombiniert | 18.390 | 18.000 | +2,2 % |
| Fahrzeuge, Free-Floating (Schätzung) | 24.800 | 27.400 | −9,5 % |
| Fahrzeuge, Gesamtmarkt (Schätzung) | 43.190 | 45.400 | −4,9 % |
| Städte und Gemeinden mit Angebot | 1.479 | 1.385 | +94 (+6,8 %) |
| Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge | 22,1 % | 20,9 % | +1,2 Prozentpunkte |
Quelle: Bundesverband Carsharing e.V., Pressemitteilung vom 11. März 2026 und Zeitreihe 1997 bis 2026. Der Vorjahreswert der Orte ist aus der bcs-Angabe „94 Orte mehr als im Vorjahr“ abgeleitet, der Vorjahreswert des Elektroanteils aus „1,2 Prozentpunkte mehr“. Die Daten sind Eigentum des bcs, die redaktionelle Verwendung ist bei Quellenangabe kostenfrei.
Nutzer in Deutschland: Was Fahrberechtigte zählen und was nicht
Die Zahl der Nutzer in Deutschland ist die am schwersten zu fassende Zahl der Carsharing Statistik. Der bcs zählt nicht Menschen, sondern Fahrberechtigte, und die sind nach seinem Faktenblatt zu 2024 nicht überschneidungsfrei: Wer bei mehreren Anbietern angemeldet ist, wird mehrfach gezählt. Wer von 5,5 Millionen Carsharing-Nutzern liest, liest deshalb eine Obergrenze, keinen Bevölkerungsanteil.
Dazu kommt ein Bruch in der Reihe. Für 2025 und 2026 gibt der bcs keine Gesamtzahl der Fahrberechtigten an, „aufgrund fehlender Kennzahlen einiger Anbieter“. Zuletzt angegeben sind 5.506.040 im Januar 2024, davon 4.505.600 im Free-Floating und 1.000.440 im stationsbasierten Segment. Rund 82 Prozent der Nutzer in Deutschland waren damit bei einem Free-Floating-Anbieter angemeldet (nachgerechnet), obwohl dort nur sechs Anbieter fahren. Im stationsbasierten und kombinierten Carsharing fiel der Wert 2025 auf 875.000; der bcs begründet das mit der Entfernung von Doppelanmeldungen und „Karteileichen“. Auch der Wert von 2026 (978.300) liegt noch 2,2 Prozent unter dem von 2024 (nachgerechnet). Das Wachstum von 11,8 Prozent bei den Nutzern in Deutschland lässt sich also zum Teil als Erholung nach einer Bereinigung lesen.
Ein ähnlicher Effekt zeigte sich schon 2020, als der bcs für den 1. Januar 2020 einen Rückgang der Fahrberechtigten um 170.000 auf 2.290.000 ausweisen musste, „bedingt durch Zusammenführung Kundendaten car2go/DriveNow“ (bcs-Jahresbericht 2019/2020). Zahlen, die nach einer Fusion oder Bereinigung fallen, sagen nichts darüber, wie viele Menschen tatsächlich weniger Auto fahren.
Fahrzeuge: Station wächst, Free-Floating schrumpft
Bei den Fahrzeugen in der Carsharing Statistik laufen die Richtungen auseinander. Die stationsbasierten und kombinierten Anbieter stellten am 1. Januar 2026 18.390 Fahrzeuge bereit. Der bcs führt das moderate Flottenwachstum auf stark gestiegene Kosten für Fahrzeugbeschaffung, Kfz-Versicherung und Werkstattleistungen zurück; bei kleineren Anbietern habe der Kostendruck „zu einzelnen Geschäftsaufgaben geführt“.
Der Free-Floating-Bereich ging dagegen zurück, auf geschätzte 24.800 Fahrzeuge nach 27.400 im Vorjahr und 26.350 im Januar 2024. Der bcs sieht darin keine Trendwende, sondern, in den Worten von Geschäftsführer Gunnar Nehrke: „Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2025 im free-floating Carsharing Überkapazitäten abgebaut wurden. Der Rückgang geschieht vor dem Hintergrund von über 50 Prozent Flottenwachstum in den letzten fünf Jahren.“ Der Gesamtmarkt liegt mit 43.190 Fahrzeugen fast genau dort, wo er im Januar 2024 stand (43.110).
Was beide Modelle kosten, zeigt der Preisindex; wie sie funktionieren, erklärt der Beitrag zu den Carsharing-Varianten. Einen Überblick der Anbieter bietet die Seite Carsharing-Anbieter.
Der Elektroanteil steigt stetig. Das Faktenblatt des bcs zu 2024 nennt 17,8 Prozent batterieelektrische Fahrzeuge im Carsharing, in der nationalen Pkw-Flotte waren es zum selben Stichtag nach Angabe des Kraftfahrt-Bundesamtes 2,9 Prozent. Bis Januar 2026 stieg der Carsharing-Wert auf 22,1 Prozent, das sind gut vier Prozentpunkte mehr als 2024 (nachgerechnet). Rund jedes sechste Carsharing-Auto fuhr damit schon 2024 elektrisch, der Bundesdurchschnitt liegt bei jedem 38.
Anbieter nach Flottengröße: Wer die Fahrzeuge stellt
Die Struktur des Marktes ist ungewöhnlich. Nach dem bcs-Faktenblatt (Stand Januar 2024) teilen sich 287 stationsbasierte und kombinierte Anbieter 16.760 Fahrzeuge, während sechs Free-Floating-Anbieter 26.350 Fahrzeuge stellen. Im Schnitt hat ein Stationsanbieter damit rund 58 Fahrzeuge, ein Free-Floating-Anbieter rund 4.400 (nachgerechnet). Das erklärt, warum eine Fusion oder ein Rückzug auf der einen Seite die Statistik verschiebt und auf der anderen kaum.
| Rang | Anbieter | Modell |
|---|---|---|
| 1 | Miles | Free-Floating |
| 2 | Share Now (heute Free2move) | Free-Floating |
| 3 | stadtmobil | kombiniert |
| 4 | cambio | kombiniert |
| 5 | teilAuto (Mobility Center) | kombiniert |
| 6 | Sixt share | Free-Floating |
| 7 | book-n-drive | kombiniert |
| 8 | Bolt | Free-Floating |
| 9 | scouter | stationsbasiert |
| 10 | Stattauto München | stationsbasiert |
Quelle: bcs-Faktenblatt „Carsharing in Deutschland“ zu 2024 (Anbieter nach Flottengröße). „Kombiniert“ heißt: stationsbasierte und stationsunabhängige Fahrzeuge aus einer Hand. Die Marke Share Now ist inzwischen in Free2move aufgegangen, wie der Beitrag zur Carsharing Geschichte erklärt.
Carsharing nach Ortsgröße: Von der Großstadt bis zum Dorf
Carsharing ist keine Großstadtsache mehr, zeigt das Faktenblatt des bcs zum 1. Januar 2024. Der Verband zählt 1.285 Kommunen mit Angebot, das sind 11,9 Prozent aller Kommunen.
| Gemeindegröße | Kommunen mit Angebot | Anteil an allen Kommunen |
|---|---|---|
| Großstädte (ab 100.000 Einwohner) | 75 | 91,5 % |
| 50.000 bis 99.999 Einwohner | 83 | 73,5 % |
| 20.000 bis 49.999 Einwohner | 267 | 51,7 % |
| unter 20.000 Einwohner | 860 | 8,5 % |
Auffällig ist die Verteilung: 860 der 1.285 Orte, also knapp 67 Prozent (nachgerechnet), haben weniger als 20.000 Einwohner, aber nur 8,5 Prozent aller kleinen Kommunen haben ein Angebot. Von den Großstädten fehlen dagegen nur wenige. Bis Januar 2026 stieg die Zahl der Orte auf 1.479; in diesen Orten, nicht in den Metropolen, wächst die Fläche der Carsharing-Statistik, getragen von den stationsbasierten Anbietern.
Entwicklung seit 2012: Die Zeitreihe der bcs-Statistik
Die bcs-Zeitreihe reicht bis 1997 zurück; hier die Stationen seit 2012 jeweils zum Januar:
| Jahr | Fahrberechtigte gesamt | Fahrzeuge gesamt | davon Free-Floating-Fahrzeuge |
|---|---|---|---|
| 2012 | 262.000 | 7.100 | 1.300 |
| 2015 | 1.040.000 | 15.400 | 6.400 |
| 2018 | 2.110.000 | 17.950 | 7.300 |
| 2019 | 2.460.000 | 20.200 | 8.110 |
| 2020 | 2.290.000* | 25.400 | 12.380 |
| 2022 | 3.393.000 | 30.200 | 15.900 |
| 2023 | 4.472.800 | 33.930 | 18.570 |
| 2024 | 5.506.040 | 43.110 | 26.350 |
| 2025 | keine Angabe | 45.400 | 27.400 |
| 2026 | keine Angabe | 43.190 | 24.800 |
Quelle: bcs-Zeitreihe 1997 bis 2026. *Rückgang durch Zusammenführung der Kundendaten von car2go und DriveNow. Die Spalte „Free-Floating“ nennt nur stationsunabhängige Fahrzeuge; weitere Free-Floating-Fahrzeuge in kombinierten Systemen zählt der bcs zu den stationsbasierten (2026: 1.470).
Die Entwicklung der Fahrberechtigten verlief in drei Schüben (nachgerechnet aus der Tabelle): Von 2012 bis 2015 vervierfachte sich die Zahl, von 2015 bis 2019 stieg sie auf das 2,4-Fache, von 2019 bis 2024 auf das 2,2-Fache. Über den gesamten Zeitraum von 2012 bis 2024 wuchs sie auf das 21-Fache, die Fahrzeugzahl nur auf das Sechsfache. Die Kundenzahl wuchs also weit schneller als die Flotte; die Entwicklung der Fahrzeuge lief deutlich flacher. Die bcs-Broschüre „30 Jahre CarSharing in Deutschland“ zählte für Mai 2018 165 Anbieter in 677 Orten, von denen 336 weniger als 20.000 Einwohner haben; das Faktenblatt zu 2024 nennt 293 Anbieter und 1.285 Orte. Aus der Zeit vor dem Stichtag 2018 stammt auch die Jahresbilanz 2014 mit der ersten Million Fahrberechtigter.
Für den Stichtag 1. Januar 2020 weist der bcs im Jahresbericht 226 Anbieter an 840 Orten aus, 710.000 Fahrberechtigte im stationsbasierten und 1.580.000 im stationsunabhängigen Carsharing, dazu 12.000 beziehungsweise 13.400 Fahrzeuge. Die Orte stiegen um 100, die Zahl der Anbieter um 45.
Städteranking 2024: Karlsruhe vor München und Hamburg
Der bcs ermittelt die Versorgung in den Städten alle zwei Jahre. Die letzte veröffentlichte Auswertung ist das Städteranking 2024 (Erhebung Herbst 2024, veröffentlicht am 18. November 2024) mit 155 Plätzen für Kommunen ab 50.000 Einwohnern. Eine neuere Auswertung weist die bcs-Seite am 5. Oktober 2026 nicht aus.
| Platz | Stadt | Fahrzeuge | je 1.000 Einwohner |
|---|---|---|---|
| 1 | Karlsruhe | 1.658 | 5,35 |
| 2 | München | 5.083 | 3,37 |
| 3 | Hamburg | 5.810 | 3,04 |
| 4 | Stuttgart | 1.828 | 2,89 |
| 5 | Berlin | 9.752 | 2,58 |
| 6 | Freiburg | 573 | 2,42 |
| 7 | Düsseldorf | 1.472 | 2,33 |
| 8 | Köln | 2.325 | 2,14 |
| 9 | Tübingen | 188 | 2,01 |
| 10 | Heidelberg | 268 | 1,64 |
Quelle: Carsharing-Städteranking 2024 des bcs, Pressemitteilung. Die Städte im Einzelnen führt die Übersicht der Städte.
In Karlsruhe stellt fast vollständig stadtmobil das Angebot, überwiegend stationsbasiert. München und Hamburg dagegen sind Free-Floating-Städte; in beiden ist Miles nach bcs-Angabe der größte Anbieter, das größte stationsbasierte Angebot kommt in München von Stattauto München, in Hamburg von cambio. Bei den stationsbasierten Angeboten allein führt Karlsruhe mit 4,4 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner vor Freiburg (2,36) und Tübingen (2,01).
Verglichen mit der Auswertung von 2019 hat sich viel verschoben. Damals lag Karlsruhe mit 3,2 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner vorn, München mit 2,1 und Berlin mit 1,6 (Städteranking 2019); beide Rankings umfassen Städte ab 50.000 Einwohnern. Berlin und München legten damit je Einwohner um rund 60 Prozent zu (nachgerechnet). Weitere sieben Jahre früher sah das Bild anders aus: Der Städtetest des bcs von 2012 sah Karlsruhe bei 1,8 Autos je 1.000 Einwohner, erfasst waren damals nur Städte über 200.000 Einwohner (Meldung); die Reihen sind deshalb nur grob vergleichbar.
Die Städte unter 250.000 Einwohnern behaupten sich: Sieben von ihnen stehen in den Top 20, darunter Freiburg (Platz 6), Tübingen (9), Heidelberg (10), Marburg (14), Darmstadt (16), Potsdam (17) und Jena (19). In Potsdam hat laut bcs ein Free-Floating-Anbieter aus Berlin sein Geschäftsgebiet erweitert und die Fahrzeugzahl dort sprunghaft erhöht. Mehr dazu im Beitrag zu Carsharing Potsdam.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen nutzen Carsharing in Deutschland?
Das lässt sich für 2026 nicht sagen. Der Bundesverband Carsharing weist für Januar 2025 und 2026 keine Gesamtzahl aus, weil Kennzahlen einiger Anbieter fehlen. Zuletzt angegeben waren 5.506.040 Fahrberechtigte im Januar 2024, wobei Mehrfachanmeldungen mitzählen. Im stationsbasierten und kombinierten Carsharing waren es am 1. Januar 2026 laut bcs 978.300.
Wie viele Carsharing-Fahrzeuge gibt es in Deutschland?
Der bcs schätzt für den 1. Januar 2026 insgesamt 43.190 Fahrzeuge, 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon entfallen 18.390 auf stationsbasierte und kombinierte Anbieter (plus 2,2 Prozent); die Free-Floating-Flotte beziffert der Verband auf 24.800 Fahrzeuge, ausdrücklich als Schätzung auf Basis von Anbieterangaben und eigenen Recherchen.
Welche Stadt hat die meisten Carsharing-Autos je Einwohner?
Karlsruhe. Im bcs-Städteranking 2024 liegt die Stadt mit 5,35 Carsharing-Fahrzeugen je 1.000 Einwohner auf Platz 1 von 155. München folgt mit 3,37, Hamburg mit 3,04, Stuttgart mit 2,89 und Berlin mit 2,58. In absoluten Zahlen steht Berlin mit 9.752 Fahrzeugen vorn.
Warum sinkt die Zahl der Free-Floating-Fahrzeuge?
Der bcs geht davon aus, dass im Jahr 2025 Überkapazitäten abgebaut wurden, nach über 50 Prozent Flottenwachstum in fünf Jahren. Geschäftsführer Gunnar Nehrke spricht von einer Konsolidierung, nicht von einer Trendwende. Die Zahl ist laut Verband eine Schätzung, keine Meldung der Anbieter.
Wie hoch ist der Anteil der Elektrofahrzeuge im Carsharing?
Am 1. Januar 2026 hatten 22,1 Prozent der von den Anbietern in Deutschland bereitgestellten Fahrzeuge einen batterieelektrischen Antrieb, 1,2 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Der bcs nennt den Wert in seiner Pressemitteilung vom 11. März 2026 und verbindet ihn mit mehr Carsharing-Orten abseits der großen Städte: 1.479 Städte und Gemeinden haben ein Angebot.