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Carsharing Berlin 2026: Anbieter, Preise, Flughafen und Geschäftsgebiet im Überblick

Carsharing Berlin ist in erster Linie Free-Floating: Von den 9.752 Fahrzeugen, die der Bundesverband CarSharing (bcs) im Städteranking 2024 für die Hauptstadt zählt, sind 9.529 stationsunabhängig, also rund 98 Prozent. Nur 223 Fahrzeuge stehen an festen Stationen. Das prägt, welcher Anbieter für welche Fahrt taugt, und es erklärt, warum die Preise so weit auseinanderliegen. Mehr Anbieter in Berlin als in jeder anderen deutschen Stadt sorgen dafür, dass sich die Preise in Berlin je nach Fahrt deutlich unterscheiden.

Carsharing Berlin in Zahlen

Der bcs führt Berlin in seinem Städteranking 2024 (Erhebung Herbst 2024, 155 Plätze) auf Platz 5, mit 2,58 Carsharing-Fahrzeugen je 1.000 Einwohner*innen. Bei den stationsunabhängigen Angeboten steht die Stadt auf Platz 3 (2,52 Fahrzeuge je 1.000), bei den stationsbasierten nur auf Platz 121. Zum Vergleich: Karlsruhe führt das Gesamtranking mit 5,35 Fahrzeugen je 1.000 an, vor München mit 3,37 und Hamburg mit 3,04. Berlin ist groß, aber nicht dicht versorgt. Die Zahlen und ihre Quellen stehen auf der Übersicht der Städte.

Der Markt hat sich in Berlin mehrfach gedreht. Multicity, der rein elektrische Dienst von Citroën, wurde zum 29. Oktober 2017 eingestellt; Free2move, damals nur eine App, die fremde Angebote bündelte, betreibt heute selbst Fahrzeuge. Wer alte Tarife aus dem Netz im Kopf hat, rechnet mit Zahlen, die niemand mehr bietet.

Carsharing-Anbieter in Berlin: Miles, Free2move, cambio, stadtmobil

Vier Anbieter sind für Berlin auf ihren eigenen Seiten aufgeführt (Stand Oktober 2026). Das Modell entscheidet über alles Weitere, deshalb steht es in der Tabelle vorn. Wie sich die Modelle grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Beitrag zu den Carsharing-Varianten. Die Anbieter in Berlin teilen sich in zwei Free-Floating-Dienste und zwei stationsbasierte Netze.

AnbieterModellAbrechnungQuelle
MilesFree-FloatingKilometer plus Parkminutenmiles-mobility.com
Free2move (Share Now)Free-FloatingMinute, 200 km inklusivefree2move.com
cambiostationsbasiertStunde plus Kilometercambio-carsharing.de
stadtmobil BerlinstationsbasiertStunde plus Kilometerberlin.stadtmobil.de

Miles firmierte bis 2018 als drive by und wechselte im November 2018 den Namen; abgerechnet wird nach Kilometern statt nach Minuten. share-now.com leitet per Weiterleitung auf Free2move um, die Tarife stehen deshalb unter diesem Namen. Die Berlin-Seite von Free2move nennt den Fiat 500e ab 0,17 Euro je Minute, Peugeot 208, Citroën C3 und Opel Corsa ab 0,24 Euro. Flinkster nennt auf seiner Partnerseite eine deutschlandweite Verfügbarkeit, eine Berliner Stationsliste weist die Seite nicht aus; deshalb taucht der Anbieter hier nicht als Berliner Anbieter auf.

Die beiden Stationsanbieter rechnen anders als die Free-Floating-Dienste: cambio berechnet im Basis-Tarif 2,50 Euro je Stunde (Werktag) und 0,28 Euro je Kilometer, ohne Monatsbeitrag; die Tarife Aktiv (11 Euro) und Comfort (27 Euro im Monat) senken die Preise. stadtmobil Berlin nennt im Tarif Standard 2,00 Euro je Stunde zwischen 7 und 24 Uhr, nachts null, plus 0,32 Euro je Kilometer. Kraftstoff bzw. Strom steckt bei allen vier im Preis. Bei cambio und stadtmobil lohnt außerdem der Blick auf die Kooperation. Schon 2019 meldete cambio, dass die eigenen Kunden zusätzlich das Angebot von stadtmobil Berlin nutzen können, die Flotte verdoppelte sich damit für sie. Ob das heute in dieser Form gilt, steht auf den aktuellen Seiten nicht; wer beide Anbieter erwägt, fragt vor der Anmeldung nach.

Das Geschäftsgebiet: Wo ein Free-Floating-Auto stehen darf

Beim Carsharing Berlin ist das Geschäftsgebiet die Fläche, in der du ein Free-Floating-Auto mieten und beenden darfst. Die Grenzen zeigt jeder Anbieter als Karte in der App, und sie ändern sich. Die Anbieterseiten nennen für Berlin keine Bezirksliste, die sich hier abschreiben ließe; eine veraltete Aufzählung wäre schlechter als gar keine.

Klar geregelt ist, was am Rand des Geschäftsgebiets passiert. Miles weist in seiner Preis- und Kostenordnung für das Abstellen außerhalb des Geschäftsgebiets eine Kostenpauschale von 500 Euro aus. Wer in einer markierten Zone mit Abstellgebühr beendet, zahlt 1,99 bis 2,99 Euro je Fahrt, je nach Stadt und Abstellort. Die App prüft das vor der Fahrt, und das sollte man tun.

Stationsbasierte Autos von cambio und stadtmobil kennen kein Geschäftsgebiet, sondern einen Stellplatz. Das Auto kommt dorthin zurück, wo es abgeholt wurde. Für Pendler mit festem Ziel ist das ein Vorteil: Der Stellplatz ist garantiert, auch freitags um 18 Uhr.

Preise: drei Standardfahrten in Berlin im Vergleich

Die Preise lassen sich nur vergleichen, wenn alle dieselbe Fahrt rechnen, sonst vergleicht man Tarifmodelle statt Kosten. Der Preisindex dieser Seite rechnet für jeden Anbieter dieselben drei Fahrten durch: Kurzstrecke (15 Minuten, 5 km), Einkauf (2 Stunden, 20 km) und Tagesausflug (24 Stunden, 150 km), jeweils kleinste gängige Fahrzeugklasse im regulären Standardtarif, Werktag, Kraftstoff im Preis. Stand Oktober 2026, Quelle: Tarifseiten der Anbieter. Die Preise in Berlin gelten für die kleinste Fahrzeugklasse im Standardtarif.

AnbieterKurzstreckeEinkauf (2 h)Tagesausflug
Free2move2,55 €20,40 €nicht berechenbar
stadtmobil3,10 €11,40 €79,00 €
cambio3,90 €10,60 €68,50 €
Miles4,95 €37,80 €104,99 €

Drei Dinge fallen auf. Free2move ist bei der kurzen Fahrt am billigsten: niedriger Minutenpreis, 200 Kilometer enthalten; beim Tagesausflug bleibt der Preis offen, denn der Kilometerpreis der Stunden- und Tagestarife steht nur in der App. Miles ist bei kurzen Fahrten teurer, bei langen deutlich: Der Einkauf mit 37,80 Euro enthält 60 Standminuten zu 0,35 Euro, die das Kilometermodell bei langem Parken teuer machen. Und cambio sowie stadtmobil sind bei Einkauf und Tagesfahrt am günstigsten, obwohl sie die Fahrt vorab buchen lassen.

Wer Carsharing Berlin nutzen will, ohne zu viel zu zahlen, muss auch lesen, was die Tabelle verschweigt: Sie lässt alles weg, was nicht in der Fahrt steckt. cambio verlangt 30 Euro Anmeldegebühr, stadtmobil 19 Euro Aufnahmegebühr und 3 Euro im Monat im Tarif Standard plus 1 Euro Servicegebühr je Buchung. Miles hat keine Anmeldegebühr, Free2move weist keine aus. Was sich über ein Jahr rechnet, hängt von der Zahl der Fahrten ab; die Rechnung dazu steht im Ratgeber Carsharing Kosten, die vollständige Auswertung im Preisindex. Die Zahlen gelten ausdrücklich für den Standardtarif: Abo-Pakete wie der Miles Pass oder der cambio-Tarif Aktiv können je nach Fahrprofil günstiger sein und sind nicht eingerechnet.

Carsharing Berlin und der Flughafen BER

Beim Flughafen hilft ein Blick auf die Anbieterseiten wenig, denn nur ein Anbieter weist ihn aus. Miles führt BER in der eigenen Preis- und Kostenordnung: Abholgebühr 8 Euro, Abstellgebühr 8 Euro, die Fahrzeuge stehen laut Berlin-Seite auf dem Parkplatz P4 bei Terminal 1. Eine Fahrt zum Flughafen und eine Rückfahrt in die Stadt kosten bei Miles also 16 Euro Gebühren zusätzlich zum Kilometerpreis. Für die anderen drei Anbieter nennen die Seiten keine BER-Regel, und eine Vermutung zählt hier nicht.

Für stationsbasierte Fahrten zum Flughafen gilt die einfache Logik: Das Auto bleibt dort stehen, bis du zurück bist, und die Buchungszeit läuft weiter. Bei cambio ist die Mindestbuchung eine Stunde, Beginn und Ende liegen zu jeder vollen Viertelstunde. Bei einem Wochenende am Flughafenparkplatz ist das keine Lösung. Alles zu Flughafen-Stationen in Berlin, München und Hamburg im Vergleich steht im Beitrag Carsharing Flughafen.

Welcher Anbieter für welche Fahrt

Carsharing Berlin lässt sich grob in drei Fahrprofile teilen. Für den spontanen Weg quer durch die Innenstadt ohne Planung: Free2move. Für Einkauf, Umzug mit Transporter oder längere Fahrten, die du ohnehin vorab planst: cambio oder stadtmobil, sofern eine Station in Gehweite liegt, und das ist bei nur 223 Stationsfahrzeugen in der ganzen Stadt keine Selbstverständlichkeit. Für Wege mit wechselnder Länge und die Wahl der Fahrzeugklasse bis zum Transporter: Miles. Die Preise von Miles richten sich nach Fahrzeugklasse, S-Autos beginnen bei 0,79 Euro je Kilometer, M-Autos bei 0,89 Euro, Premium und Transporter bei 1,09 Euro.

Da bei den Free-Floating-Anbietern keine monatliche Grundgebühr anfällt, spricht wenig gegen eine Anmeldung bei zwei Diensten. Wer erst seit kurzem den Führerschein hat, schaut auf die Rookie Fee: Miles erhebt 14,99 Euro im Kalendermonat in den ersten zwölf Monaten nach dem Führerscheinerwerb, aber nur in Monaten mit Fahrten. Die Regeln für Fahranfänger bei den übrigen Anbietern sammelt der Beitrag zu Carsharing und Probezeit.

Ein Punkt, den Preistabellen gern auslassen, ist die Selbstbeteiligung. Miles nennt in seiner Preis- und Kostenordnung 1.400 Euro für S- und M-Fahrzeuge, 1.750 Euro für Premium und 2.500 Euro für L und XL; sie entfällt, wenn du nachweisen kannst, dass du nicht schuld bist. Für eine Fahrt zum Flughafen im Transporter ist das eine andere Größenordnung als die 8 Euro Abholgebühr. Wie sich die Haftung bei den Anbietern reduzieren lässt, steht im Beitrag zur Carsharing-Versicherung.

Häufige Fragen

Welche Anbieter gibt es beim Carsharing in Berlin?

Nach den Städte- und Anbieterseiten (Stand Oktober 2026) fahren in Berlin Miles und Free2move als Free-Floating-Anbieter sowie cambio und stadtmobil mit festen Stationen. Flinkster nennt eine deutschlandweite Verfügbarkeit, weist aber keine Berliner Stationsliste aus. Zu SIXT share ließ sich keine Anbieterseite öffnen, deshalb steht der Dienst nicht in der Übersicht.

Was kostet Carsharing in Berlin für eine kurze Fahrt?

Für 15 Minuten und 5 Kilometer rechnet der Preisindex von Oktober 2026 bei Free2move mit 2,55 Euro, bei stadtmobil mit 3,10 Euro, bei cambio mit 3,90 Euro und bei Miles mit 4,95 Euro. Bei den stationsbasierten Anbietern kommen einmalige Anmeldegebühren und teils eine monatliche Grundgebühr hinzu. Die Details stehen im Preisindex.

Darf ich ein Carsharing-Auto in Berlin am Flughafen BER abstellen?

Bei Miles ja: Die Preis- und Kostenordnung nennt für BER eine Abholgebühr von 8 Euro und eine Abstellgebühr von 8 Euro, die Fahrzeuge stehen auf dem Parkplatz P4 bei Terminal 1. Für Free2move, cambio und stadtmobil nennen die Anbieter keine BER-Regel. Vor der Fahrt gilt deshalb ein Blick in die jeweilige App.

Wo darf ich ein Free-Floating-Auto in Berlin abstellen?

Innerhalb des Geschäftsgebiets des Anbieters, das in der App als Karte eingezeichnet ist. Miles weist für das Abstellen außerhalb des Geschäftsgebiets eine Kostenpauschale von 500 Euro aus. In markierten Zonen kann zudem eine Abstellgebühr von 1,99 bis 2,99 Euro je Fahrt anfallen, in der App lässt sich das vor der Fahrt prüfen.

Lohnt sich stationsbasiertes Carsharing in Berlin überhaupt?

Das hängt von der Fahrt ab. Bei Einkauf und Tagesausflug liegen cambio und stadtmobil im Preisindex deutlich unter Miles. Das Netz ist dünn: Der bcs zählt in Berlin 223 stationsbasierte Fahrzeuge, Platz 121 in dieser Wertung. Wer keine Station in Gehweite hat, fährt mit Free-Floating besser.